Sammelquote steigt auf 65 %

2018-12-26T13:06:06+00:0001.01.2019|ElektroG2, Recycling|

Seit dem 1. januar 2019 gilt in Deutschland eine Mindesterfassungsquote (im Volksmund auch Sammelquote oder Recyclingquote genannt) von 65 Prozent pro Jahr, bezogen auf das Durchschnittsgewicht der in den jeweiligen 3 Vorjahren neu in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte. Von 2016 bvis 2018 betrug die jährliche Sammelquote 45 Prozent, davor waren es noch min. 4 kg Altgeräte pro Einwohner und Jahr.

Von diesem Wert ist Deutschland jedoch meilenweit entfernt. Im Jahr 2016 wurden laut Eurostat lediglich 44,9 Prozent Sammelquote erreicht. In den Vorjahren lagen die Werte sogar noch darunter. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich einen der hinteren Plätze.

Fraglich ist, wie der sehr anspruchsvolle Zielwert von 65 Prozent Mindesterfassungsquote zeitnah erreicht werden soll. Händeringend sucht man im Umweltministerium daher nach weiteren Möglichkeiten, um die Statistik zu optimieren. So wurden beispielsweise im Sommer 2016 auch große Händler mit mindestens 400 qm Verkaufs-, Versand- oder Lagerfläche zur Rücknahme und Meldung von Elektroaltgeräten verpflichtet. Weiterhin – und weitestgehend unbekannt – müssen seit dem Inkrafttreten des ElektroG2 auch entsorgungspflichtige Besitzer von B2B-Altgeräten nach §§ 19 und 30 ElektroG solche Entsorgungsvorgänge an die Stiftung EAR melden. Beide Maßnahmen sind unserer Beobachtung nach wenig erfolgreich.

Da weiterhin über die Hälfte der Geräte offenbar nicht ordnungsgemäß entsorgt werden, werden in der Regierung und der zuständigen Behörde, dem Umweltbundesamt, weitere Potentiale zur Erfassung und Berücksichtigung solcher Fraktionen im Rahmen der Sammelquote diskutiert. Dazu gehören Maßnahmen gegen die unzulässige Sammlung von Elektroschrott, aber auch der illegale Export von alten Elektrogeräten, vor allem nach Afrika, Indien und China, wo sie unter oft sehr umwelt- und gesundheitsgefährdenden Bedingungen zerlegt und verwertet werden.