Lampen & Leuchten 2018-05-14T09:20:39+00:00

Lampen & Leuchten (B2C) unter dem Elektrogesetz

Keine Produktgruppe war unter dem ElektroG stärker von Anpassungen bzgl. der Registrierungspflicht und der Einstufung in eine Geräteart betroffen als Lampen und Leuchten für Privathaushalte. Was ändert sich mit dem Inkrafttreten des ElektroG2?

Fakten

  • Lampen
    • Glüh- und Halogenlampen: Keine Registrierungspflicht unter ElektroG1 und ElektroG2
    • Gasentladungslampen: Unter ElektroG1 und ElektroG2 unverändert registrierungspflichtig
    • LED-Lampen: Seit 2011 erstmalig im Anwendungsbereich des ElektroG; fallen unter dem ElektroG2 in eine neu geschaffende Geräteart
  • Leuchten
    • Allgemeine Leuchten in Haushalten bisher nicht registrierungspflichtig; Ausnahme entfällt mit dem ElektroG2
    • LED-Leuchten: Wurden seit 2014 als LED-Lampen angesehen und müssen seitdem registriert werden; werden unter dem ElektroG2 zusammen mit den Allgemeinen Leuchten in der bestehenden Geräteart Sonstige Beleuchtungskörper zusammengefasst

Überblick

Für Lampen, Leuchten und weiteres Zubehör, wie beispielsweise Lichtsteuerungen, sieht das Elektrogesetz die Produktkategorie 5 (Beleuchtungskörper) vor. Wie in keiner anderen Kategorie, wurden seit dem erstmaligen Inkrafttreten des ElektroG1 im Jahr 2005 die zugehörigen Gerätearten sowie die Einstufung der verschiedenen Produkte verändert. Mit dem neuen ElektroG2 werden erneut Anpassungen in der Produktkategorie vorgenommen. Diese betreffen vor allem LED-Lampen und -Leuchten sowie sonstige Leuchten für Privathaushalte. Entlang der verschiedenen Typen von Lampen und Leuchten haben wir nachfolgend die bisherige Handhabung unter dem ElektroG1 sowie potentielle Änderungen unter dem ElektroG2 zusammengestellt.

Lampen

Glüh- und Halogenlampen

Leuchtmittel mit traditionellem Glühfaden und waren unter WEEE1 und ElektroG1 von der Registrierung ausgenommen. Sie konnten an ihrem Lebensende im Hausmüll entsorgt werden. Diese Ausnahme wird unter dem neuen ElektroG2 erhalten bleiben, d.h., diese Lampen werden weiterhin nicht in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen.

Hinweis: Lampen mit bestimmten Edelgasen oder mit einem bestimmten Innendruck müssen ggf. trotzdem registriert werden. Dies gilt beispielsweise für Xenon-Birnen. Übrigens rechtfertigt auch der Einsatz für die Beleuchtung von Kraftfahrzeugen keine Ausnahme von der Registrierungspflicht.

Gasentladungslampen (Energiesparlampen, Neonröhren usw.)

Kompaktleuchtstofflampen wie z.B. Energiesparlampen, stabförmige Leuchtstofflampen wie beispielsweise Neonröhren sowie weitere Leuchtmittel auf Gasentladungsbasis fallen seit Beginn der Registrierungspflicht des ElektroG1 am 24.11.2005 in den Anwendungsbereich des Gesetzes. Sie werden bei der Sammlung von Altlampen in einer eigenen Sammelgruppe (4) erfasst. Die Entsorgungskosten in dieser Sammelgruppe sind seit Inkrafttreten des ElektroG1 aufgrund des enthaltenen Quecksilbers unverändert extrem hoch (in der Regel vierstellige Euro-Beträge pro Tonne). Bis Ende 2012 wurde pro Stück in Verkehr gebrachter Gasentladungslampe im ear-System automatisch ein festes Durchschnittsgewicht hinterlegt, das bis zum Schlussschrittweise auf 120 Gramm/Stk. abgesenkt wurde. Seit 2013 melden Hersteller dieser Produkte pro Monat nur noch das effektive Input-Gewicht.

Mit dem Inkrafttreten des ElektroG2 bleibt diese Handhabung erhalten, d.h. Gasentladungslampen werden weiterhin in einer eigenen Geräteart und Sammelgruppe erfasst.

LED- und sonstige Lampen

Ab März 2011 wurden erstmalig auch LED-Lampen mit Standardfassungen unter dem Elektrogesetz registrierungspflichtig. Diese wurden bis Juli 2013 zusammen mit Gasentladungslampen in die gleiche Geräteart eingeordnet, was in hohen  Entsorgungsaufwänden resultierte. LED-Beleuchtungsprodukte ohne Standardfassungen wurden in dieser Übergangszeit weiterhin als “Leuchten in Haushalten” eingestuft, für welche die Ausnahme von der Registrierungspflicht entlang Anhang I Nr. 5 ElektroG anwendbar war.

Ab August 2013 (mit Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2014) wurde die Definition der Begriffe Lampe und Leuchte den Begriffsbestimmungen der europäischen Ökodesign-Richtlinie ErP (2009/125/EG) angepasst:

Lampe Als Lampe bezeichnet man eine Einrichtung zur Erzeugung von (in der Regel sichtbarem) Licht; darin eingeschlossen sind alle zusätzlichen Einrichtungen für ihre Zündung, Stromversorgung und Stabilisierung oder für die Verteilung, Filterung oder Umwandlung des Lichts, sofern diese Einrichtungen nicht entfernt werden können, ohne dass die Einheit dauerhaft beschädigt wird.

Leuchte Als Leuchte bezeichnet man ein Gerät zur Verteilung, Filterung oder Umwandlung des von einer oder mehreren Lichtquellen übertragenen Lichts, das alle zur Aufnahme, zur Fixierung und zum Schutz der Lichtquellen notwendigen Teile und erforderlichenfalls Hilfselemente zusammen mit den Vorrichtungen zu ihrem Anschluss an die Stromquelle, jedoch nicht die Lichtquellen selbst umfasst. (Quelle: FAQ der Stiftung EAR, abgerufen am 5. Mai 2015)

Dies führte zu zwei zentralen Änderungen in der Produktkategorie 5:

  1. LED-Lampen fielen seit Anfang 2014 in die weitere Geräteart Sonstige Beleuchtungskörper oder Geräte für die Ausbreitung oder Steuerung von Licht, was in drastisch geringeren Entsorgungskosten (etwa 10% der Aufwände für Gasentladungslampen) sowie erforderlichen Garantiebeträgen resultierte. Die Stiftung EAR hob damals ausdrücklich hervor, dass zukünftig in der einschlägigen Sammelgruppe 4 nur noch “sortenrein” alte Gasentladungslampen erfasst und Hersteller von einer deutlichen Kostensenkung profitieren könnten,
  2. Da laut der neuen Definition Leuchten, bei denen die Lampe untrennbar mit diesen verbunden ist, als Lampe zu betrachten waren, fielen seit 2014 nun auch viele Produkte in den Anwendungsbereich des Elektrogesetzes, die vorher ausgenommen waren – darunter vor allem LED-Leuchten wie beispielsweise Taschenlampen, Fahrradlampen, Lichterketten, aber auch klassische Tisch- und Effektbeleuchtung. Hervorzuheben ist insbesondere, dass bis zum Inkrafttreten des ElektroG2 im Bereich der LED-Beleuchtung effektiv kein Unterschied mehr zwischen dem Begriff der Lampe und der Leuchte mehr gemacht wurde – dies übrigens im Gegensatz zu bestimmten Teilverordnungen unter der ErP-Direktive (z.B. die 874/2012 zur Energieverbrauchskennzeichnung).

Unter dem neuen ElektroG2 sind LED- und weitere Lampen (außer Gasentladungslampen) weiterhin Teil der Produktkategorie Beleuchtungskörper, werden aber in eine neu geschaffene Geräteart Lampen, außer Gasentladungslampen, die in privaten Haushalten genutzt werden können eingeordnet, während die Entsorgung zukünftig wieder zusammen mit den Gasentladungslampen erfolgen soll. Die Gleichsetzung Lampen und Leuchten wird also wieder aufgelöst.

Als Argument wird die einfachere Handhabung bei der Sammlung von Altlampen angeführt, bei der Verbraucher zukünftig nicht mehr zwischen den verschiedenen Lampentypen unterscheiden müssten. Es haben jedoch sicher auch wirtschaftliche Gründe eine zentrale Rolle bei der Rückkehr zur vorherigen Veranlagung gespielt, da der Input im Bereich der Gasentladungslampen derzeit deutlich zurück geht, während der Output (also das Volumen alter Produkte) stark steigt. Für Hersteller von LED-Lampen bedeutet diese Änderung einmal mehr drastisch steigende Aufwände für Entsorgung und Garantiestellung nach dem ElektroG2.

Tipp: Für Hersteller von LED- und sonstiger Lampen sieht das ElektroG2 einen Bestandsschutz von 2 Jahren bis 24. Oktober 2017 für die bestehende Registrierung vor, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Betroffene Unternehmen sollten daher prüfen, ob diese Regelung anwendbar ist, da sich so ggf. die drastisch höheren Entsorgungsaufwände noch einige Zeit vertagen lassen. Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie mehr dazu erfahren möchten.

Leuchten

Die WEEE-Direktive, die dem ersten Elektrogesetz zugrunde lag, sah von Anfang an eine Ausnahme von der Registrierungspflicht für Leuchten in Haushalten vor. Diese Regelung wurde vom ElektroG1 zunächst Eins-zu-eins übernommen und erst im Verlaufe der Zeit angepasst.

Allgemeine Leuchten

Leuchten waren effektiv bis Ende 2013 komplett von der Registrierungspflicht unter der Elektrogesetz ausgenommen, wenn sie im Bereich privater Haushalte eingesetzt werden konnten. Dies galt sogar für Dual Use-Produkte, also Leuchten, die sich sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich verwenden ließen. Diese Ausnahmeregelung wurde erst Anfang 2014 mit der Berücksichtigung der Leuchten auf LED-Basis eingeschränkt.

Mit dem Inkrafttreten des ElektroG2 sowie einer weiteren Übergangsfrist bis zum 1. Februar 2016 müssen in Deutschland dann erstmals auch alle anderen Leuchten in Privathaushalten registriert werden. Dies betrifft insbesondere die große Fraktion der Leuchten mit Standardfassungen wie beispielsweise Pendel-, Tisch-, Wand- oder Stehleuchten, in der eine austauschbare Lampe (gleich welcher Technologie) eingesetzt werden muss.

LED-Leuchten

Leuchten mit fest verbauten LEDs wurden aufgrund einer geänderten Definition des Begriffs Leuchte Anfang 2014 erstmalig registrierungspflichtig unter dem Elektrogesetz, und zwar zusammen mit LED-Lampen in der entsprechenden Gerätart Sonstige Beleuchtungskörper oder Geräte für die Ausbreitung oder Steuerung von Licht.

Diese Handhabung wird auch nach Inkrafttreten des ElektroG2 Bestand haben. LED-Leuchten für den Einsatz in Privathaushalten verbleiben (anders als LED-Lampen) in der aktuellen Geräteart Leuchten und sonstige Beleuchtungskörper oder Geräte für die Ausbreitung oder Steuerung von Licht, d.h. sie werden nicht von den extrem hohen Entsorgungsaufwänden der Geräteart Gasentladungslampen betroffen sein.